Nach ein paar Tagen in meiner klösterlichen Umgebung verlasse ich die Mauern, um mich essenstechnisch bedienen zu lassen. Ich hatte mich zuletzt mit Nahrung, Trinken und Kippen eingedeckt und war einzig zum Schwimmen bereit meine Nische aufzugeben. Eine dieser Flugameisen (oder so etwas ähnliches) hat sich (mit mir) in meinem Unterschlupf versteckt und in meiner Schlafphase kräftig gezwackt, sodass ich einige (leicht brennende) Schwellungen vorweisen kann. Da ich das schon kenne, weiß ich, dass diese nach einem Tag verschwunden sind und kümmere mich nicht weiter darum. In der "Bar" meiner Wahl angekommen bestelle ich mir eine Pizza, die so riesig ist, dass locker zwei Personen davon Essen könn(t)en. Kaum sitze ich, kommen zwei chicitas auf mich zugestürmt und plappern mich an. Ich erkläre Ihnen, dass meine Spanischkenntnisse sehr beschränkt sind, was die Dreijährige (und damit jüngere von den beiden) sofort nutzt mir alle Gegenstände auf dem Tisch in Spanisch zu zeigen und zu benennen. Schmunzeln muss ich, als sie die Servietten und Zahnstocher dazu missbraucht mir die Zahlen vorzuzählen. Ich weiß nicht, ob ich mich "freuen" soll, als ihr Zahlenvorrat bei Zehn erschöpft ist und sie mich mit großen Augen anschaut, was mich dazu bewegt ihr zu helfen zumindest die Zahlen zu verraten, die die Anzahl der Zahnstocher ausmachen. Beim Salzstreuer beziehungsweise den potentiellen Salzkörnchen verweigere ich mich. Ich füttere die beiden ab und an mit einem Stück Pizza, was ihre Eltern (die ein paar Tische weiter sitzen) wohlwollend erheitert. Nur von meinem (alkoholischen) Getränk kann ich Ihnen nichts anbieten. Als ich die Lokalität verlasse drücke ich Ihnen noch zwei Bonbons in die Hand (die Kleingeldwährung aus dem Supermarkt), von denen ich meist ein paar in der Hosentasche habe. Ich laufe zurück in mein aktuelles Domizil und denke, dass die Tage in dieser Ortschaft gezählt sind. Ich werde mich spätestens Anfang kommender Woche wieder auf Reisen begeben, zumal ich bis zum Jahresende das Land (wegen der Passproblematik) [kurzfristig] verlassen muss, wenn ich nicht einen Aufenthalt im Knast riskieren möchte. Argentinien, Bolivien oder Brasilien stehen zur Auswahl - wahrscheinlich werde ich wie in der Vergangenheit agieren: meinen Krempel schnappen, zum Busterminal laufen und in den ersten Bus, der etwas weiter als um die Ecke fährt einsteigen ...